volksFORTH Readme

Version 1.2
18. August 2006 (cas)

volksFORTH ist ein 16bit Forthsystem der Forth Gesellschaft e.V. Die
Hauptentwicklung am volksFORTH fand von 1985 bis 1989 statt. Das
volksFORTH Projekt wurde 2005 wiederbelebt, um ein ueberschaubares
Forth-System fuer Systeme mit begrenzten Systemresourcen zur Verfuegung
zu stellen.

Einige moderne Forth Systeme sind von volksFORTH beeinflusst worden oder
von volksFORTH abgeleitet worden (GNU-Forth, bigForth).

Die aktuelle volksFORTH Version ist 3.81. Die Arbeit an der Version 3.90
hat begonnen.

Derzeit stehen volksFORTH Versionen fuer folgende
Rechner/Betriebssysteme zur Verfuegung:

VolksForth MS-DOS (Intel x86 
                   Architecture 
                   i8086-ia64)

VolksForth 6502 (Commodore 64, Commodore C-16
                 Commodore Plus 4, 
                 Atari 8bit, Apple I)

VolksForth Z80 (CP/M, 
                Schneider CPC CP/M)

VolksForth 68000 (Atari ST)

VolksForth fuer folgende Rechner/Systeme ist in Arbeit:

VolksForth MS-DOS (Atari Portfolio)
VolksForth 6502 (Apple II, Commodore PET)
VolksForth Z80 (Schneider CPC AMSDOS)
VolksForth 68000 (Mac Classic)

Hinweis zum Copyright

Die volksFORTH Quelldateien unterliegen der
BSD Lizenz - http://www.opensource.org/licenses/bsd-license.php

Das Handbuch unterliegt dem Copyright (c) 1985 - 2006 Forth Gesellschaft
e.V. ( Klaus Schleisiek, Ulrich Hoffmann, Bernd Pennemann, Georg Rehfeld
und Dietrich Weineck).

Autoren des volksForth/ultraForth sind

   - Bernd Pennemann,
   - Claus Vogt,
   - Dietrich Weineck,
   - Georg Rehfeld,
   - Klaus Schleisieck,
   - Ulrich Hoffmann,
   - Ewald Rieger,
   - Carsten Strotmann.

Handbuecher, Programmdateien und Quellcode zum volksFORTH sowie
Informationen zur Forth Gesellschaft finden Sie auf dem Webserver der
Forth Gesellschaft

http://www.forth-ev.de/

Informationen und Hilfestellung zur Programmiersprache Forth finden Sie
im Internet, ausgehend von der Webseite der Forthgesellschaft, oder im
Usenet im Forum de.comp.lang.forth (ueber Google Groups:
http://groups.google.de/group/de.comp.lang.forth )

Hinweise zum volksFORTH C=64/C16/Plus4 (ultraForth)

* Voraussetzungen

   C=64                              mit Diskettenlaufwerk
   Plus4                             mit Diskettenlaufwerk
   C16 oder C116 mit 32kB oder 64kB  mit Diskettenlaufwerk
   C16 oder C116 mit 64kB oder Plus4 mit Kassettenrekorder

Die Ursprungsversion des C16 mit 16kB ist nicht ultraFORTH-faehig,
da allein der FORTH-Kern den Speicher von $1000 bis $4b00 belegt.
Der Umbau auf 64kB ist kostengnstig und lohnt sich eigentlich immer.

Ein Diskettenlaufwerk ist sehr empfehlenswert.

* Installation

  In der Distribution finden sich folgende Files:

  vforth_1.d64 - Disketteimage Diskette 1 fr Emulator
                 C64 volksForth Binary
                 C16 volksForth Binary
                 Sourcecode 
  vforth_2.d64 - Disketteimage Diskette 3 fr Emulator
                 Kompletter volksForth 6502 C64/C16 Quellcode 
  vforth_3.d64 - Disketteimage Diskette 3 fr Emulator
                 Assembler, Disassembler, Editor 
  vforth_4.d64 - Disketteimage Diskette 4 fr Emulator
                 Grafik, Demos, Tools, Decompiler
  tc38q.d64    - Quelltexte des Target Compilers 

  Diese Version des volksForth fr den C=64 benutzt noch ein traditionelles 
  Forth-Block Dateisystem auf den Disketten. Ab der kommenden Version 3.90
  wird auch diese Version eine ANSI-Forth Dateischnittstelle bekommen. Die
  Forth-Block Routinen wird es weiterhin als optionales Quellcodepaket zum 
  Nachladen geben. 

* ber UltraForth/volksForth 6502/UltraForth83 ist das volksForth fuer die 
  kleinen Commodore-Rechner C16, Plus4 und C64.

  UltraForth83 besteht aus ca. 200 Seiten Handbuch in deutscher Sprache und 
  vier Diskettenseiten. UltraForth83 ist sicher das beste Forth-System fuer 
  den C64. Fuer den C16/Plus4 war es lange Zeit die einzige enstzunehmende 
  Programmiersprache berhaupt.

  UltraForth83 ist eine komplette Programmierumgebung. Es enthaelt einen 
  Full-Screen-Editor, einen quelltextnahe Debugger, den Compiler/Interpreter 
  und einen Assembler.

  UltraForth83 entspricht dem Forth83-Standard und existiert in aehnlichen 
  Versionen auf Atari ST, C16/64/+4, Apple I, Apple II, Atari 8bit CP/M und 
  MS-DOS PCs.

  Der Name ultraForth wurde gewaehlt, da auf dem legendaeren C64 kein Programm 
  geklaut wurde, das nicht mindestens Super, Turbo oder eben Ultra hiess. Da
  diese seligen Zeiten schon lange vorbei sind, wird die kommende Version 3.90
  wieder volksForth 6502 C=64 heissen :)

* Zur Erlaeuterung der Bloecke/Screens

  ultraForth/volksForth verwendete wie viele damalige Forth-Systeme statt 'normalen'
  Dateien Bloecke. Dabei handelt es sich um Disketten/Plattenbereiche fester Groesse,
  im Forth-83-Standard von jeweils 1024 bytes. Diese wurden ohne Betriebssystem-Unter-
  stuetzung auf die Platte geschrieben. Nebenbei werden Forth-Compiler auch heute noch 
  oft als Forth-'Systeme' bezeichnet, da sie urspruenglich ohne Betriebssystem liefen 
  und daher leicht auf neue Hardware portiert werden konnten.

  Die Forth-Quellen sind in solchen Bloecken gespeichert. Sie heissen auch Screens, da 
  sie mit 16 Zeilen zu je 64 Zeichen einen Bildschirm (fast) ausfuellen.

  Beim Commodore mit seinem 24x40-Bildschirm wurde ein anderes Format gewaehlt. Hier 
  wurden 23 Zeilen zu 41 Zeichen und eine letzte Zeile zu 40 Zeichen benutzt. Das fuellte 
  den Bildschirm genau aus und bot noch eine (unsichtbare) Spalte mit Leerzeichen.

  Der Plattenzugriff in Bloecken ist leichter zu implementieren. Auf den Commodore Rechnern 
  bot er zusaetzlich extreme Geschwindigkeitsvorteile.

  Das Schreiben in Block-Manier fuehrt positiv zu kurzen Quelltext-Abschnitten und 
  uebersichtlicher Organisation der Quellen. Zum Problem wurde es, wenn man doch noch 
  ein paar Zeilen einfuegen will. Um einen Block einzuschieben, musste man alle anderen 
  Bloecke um eins verschieben. Dies geschah z.B. mit '10 50 11 CONVEY'. Ein Tippfehler 
  und die Quellen waren weg. Die Erinnerung an Convey duerfte alte Forthler immer noch 
  erbleichen lassen. Damit wurden wohl mehr Quellen vernichtet, als mit dem damaligen 
  Dos-DISKCOPY. Letzteres erforderte ungefaehr 6 Diskettenwechsel. Jede Verwechslung
  der Disketten fuehrte zwangslaeufig zu Datenverlust. 'Legen Sie die Quelle ins Ziel' 
  war eine gaengige Verballhornung der Diskcopy-Meldungen.

* Erste Schritte

  Aufrufen des ultraFORTH auf dem C16

  Die einfachste Methode ist das Laden und Starten von "RUNME".

  Andere Methoden:
  Laden:  vom Basic   aus mit LOAD"..",8,1 funktioniert immer
          vom Monitor aus mit L"..",8      funktioniert immer
          vom Basic   aus mit LOAD"..." oder LOAD"...",8 funktioniert,
          wenn vorher kein Grafik-Bereich eingerichtet war.

  Starten vom Basic   aus mit "RUN"
                       oder "SYS (4112)"  -     Kaltstart
                            "SYS (4116)"  -     Restart
        vom Monitor aus mit "G1010"       -     Kaltstart
                            "G1014"       -     Restart

  Hinweis: Beim ersten Aufruf muss ein Kaltstart durchgefuehrt werden.

  Der C16 hat im Gegensatz zum C64 keine RESTORE-Taste.

  Es gibt folgende Moeglichkeiten,  ultraFORTH zu verlassen oder abzubrechen:
    - Das Forth-Wort "BYE" schliesst die ultraFORTH-Bereiche und startet den Monitor.
    - Das Festhalten der "<Run/Stop>"-Taste mit gleichzeitigem Druecken der
      "<Reset>"-Taste fuehrt zu einem Reinitialisieren der I/O-Funktionen ohne
      Schliessen der ultraFORTH-Bereiche und startet den Monitor. Bei einem
      anschliessenden Restart von ultraFORTH ist alles so, wie vorher verlassen.
    - Die normale Benutzung des MONITORS schadet den von ultraFORTH benutzen
      Bereichen nicht.
    - Das Druecken der RESET-Taste ohne "<Run/Stop>"-Taste oder der
      Monitor-Befehl "1X" fuehren ins BASIC. Da ultraFORTH und BASIC
      die gleichen Speicher-Bereiche verschieden benutzen, folgt danach i.a.
      bald ein System-Absturz beider Sprachen oder unsinnige Reaktionen.

  Die Benutzung des FORTH ist wie im Handbuch beschrieben. Selbst Woerter 
  wie "C64init" heissen weiterhin genauso. Der verfgbare Speicher ist um 
  fast 16kB groesser als der der C64-Version. Das Wort "C64fkeys" ist neu 
  hinzugekommen. Es installiert auf einem C16 die Funktionstastenbelegung des C64.

  S.155 - Die Benutzung des EDITORS hat sich etwas geaendert, da Commodore die 
  Ein/Ausgabe-Routinen geaendert hat. Die "<Fx>-Tasten sind etwas anders beschriftet.
  Die im Handbuch erwaehnte "<Ctrl>+@"-Funktion liegt beim C16 auf "<Ctrl>+&".

  Im Gegensatz zu der Bemerkung des Handbuchs "S 149"  koennen Zeilen nach
  unten aus dem Bildschirm geschoben werden. Dies geschieht unter folgenden Umstaenden:
  - Es wird in die 40. Bildschirmspalte einer beliebigen Spalte ein
    beliebiges Zeichen geschrieben. ( Wenn hier eine logische
    Bildschirmzeile aufhoert, schiebt die I/O-Routine eine neue Zeile ein)
  - Es wird "<ESC> I" eingegeben oder eine andere "<Esc>"-Kombination,
    die eine Zeile aus dem Bildschirm schiebt.

  Die C16 ESCAPE-Tasten-Funktionen koennen benutzt werden, fuehren
  aber zusammen mit Editor-Funktionen zu sonderbaren Bildschirm-Reaktionen.

  Benutzung der GRAFIK:
  Die Grafik ist bisher nicht angepasst und laeuft daher nicht.

  Saemtliche TOOLS der System-Diskette sind angepasst, bzw. funktionieren ohne Aenderung.

  Die Benutzung des Assemblers hat sich nicht geaendert. Es muss nur beachtet werden, 
  dass ultraFORTH das ROM abschaltet. Daher muessen Lesezugriffe ins ROM etwas anders 
  organisiert werden.

  Beispiel:
    Die Sequenz   0ffd2 jsr springt eine Ram-Routine an.
    Die Sequenz   1ff3e sta ffd2 jsr ff3f sta springt eine ROM-Routine an. Sie funktioniert 
    nur, wenn sie im unteren RAM-Bereich (<$8000) steht. Sonst folgen undefinierte Reaktionen.

  C-16 Implementation

  S.48 Speichermodell:

  Der ultraFORTH-Assembler-Scratchbereich von $029 aufwaerts sollte
  max. bis inclusive $76 genutzt werden, da sonst Monitor&Kernal-Bereiche
  ueberschrieben werden.

  Zusaetzlich zu den im Handbuch beschriebenen Bereichen benutzt die
  C16-Version den Bereich von $0700 - $071E fuer eine Interrupt-Routine.

  Statt "SYS(2064)" steht "SYS(4112)"

  Der FORTH-Kern belegt nicht wie beim C64 den Bereich von $800 bis "limit", 
  sondern von $1000  bis "limit"

  "limit" liegt nicht automatisch unterhalb von $E000 sondern bei $fd00 (64kb RAM) 
  bzw. $8000 (32kb RAM).

  In $FFFE/F steht im RAM der Zeiger auf die neue Interrupt-Routine.

  Bank-Switching:

  Da beim C16 das Bank-Switching etwas anders funktioniert, mussten folgende 
  Aenderungen vorgenommen werden:
  - ultraFORTH schaltet bei der Initialisierung das komplette ROM aus.
  - Daher muessen alle Lese-Zugriffe (auch JSR) ins ROM
    mittels Makro und/oder Umleitungsroutine implementiert werden.
  - Daher musste die Interrupt-Behandlung umgeleitet werden.

  Aus der veraenderten Interrupt-Behandlung ergibt sich eine geringe
  Verlangsamung des Systems.  Ca.  1 Promille der CPU-Zeit verbringt das
  System zusaetzlich in der neuen Interrupt-Routine.  Weiterhin fuehrt ein
  "BRK"-Befehl zwar wie gewohnt in den MONITOR, allerdings mit falschem Registerdump, 
  da der Monitor jetzt die Daten der Interrupt-Routine auf dem Stack vorfindet.

  Initialisierung

  Die Initialisierung des ultraFORTH beginnt beim C16 mit einer Routine, die nicht von 
  ultraFORTH aus aufrufbar ist namens "C16INIT"
  Sie macht folgendes:
  - Installation der Interrupt-Umleitungs-Routine
  - Umschalten auf RAM.
  erst spaeter wird C64init aufgerufen, dass aehnliche Prozesse wie beim C64 ausloest.

* Emulator
  * volksForth 3.81 6502 fr C=64, C16 und Plus4 wurde in folgenden Emulatoren
    getestet:
    * VICE  - http://www.viceteam.org/
    * Frodo - http://frodo.cebix.net/ 

* Website:
  VolksForth ist erhltlich von der SourceForge Entwicklerwebseite
  http://volksForth.sf.net
  und von der Webseite der Forth Gesellschaft 
  http://www.forth-ev.de

Die Forth Live-Linux CD-ROM (erhaeltlich im Downloadbereich der Forth
Gesellschaft Webseite) enthaelt die aktuellen Versionen des volksFORTH direkt
ausfuerbar auf der Linux CD-ROM, inkl. der volksFORTH Handbuecher.

Viel Spass mit volksFORTH
wuenscht das volksFORTH Team


